Herzlich Willkommen!
Jutta Klawuhn, Schauspielerin, Erzählerin, Theaterpädagogin

Sie liest für ihr Leben gern vor, unterrichtet, übt sich im Improvisationstheater und und und ...

Neu 2017: Eigentlich die Edda
Ein Wort-Beat Mix Tape mit William Widman und Jutta Klawuhn

Eigentlich die Edda.....  

Vom Versuch, eine große Geschichte neben einem ebenso großen Schlagzeug zu erzählen

Wenn eine Schauspielerin auf einen Trommler trifft, dann geht es hoch her,  dann sprühen die Funken, dann klopfen die Herzen.

Klawuhns Versuch, die großen nordischen Sagen neben einem ebenso großen Schlagzeug zu erzählen, verirrt sich in aberwitzige Gefilde, kreuzt große Leidenschaften und kleine Gemeinheiten und findet alles, was man für gute Geschichten braucht: Humor, Spannung, eine Prise Gefühl – und unerwartete Wendungen.

Wie klingt Thors Hammer, wie überlebt man eine zu heisse Sauna, wie sexy ist eine Walküre, warum hat Jenka blaue Zähne, wer gewinnt was beim Thetris und wie trommelten die Wikinger? Wer ist lauter: Schlagzeug oder Stimme? Und: Wer sieht besser aus? Wer bringt die besseren Pointen-Tusch-Trommelwirbel-Bumm?!

Kann Trommler Widman wirklich die berühmtesten Melodien seiner Zeit so vortragen, dass man sie nach 5 Takten erkennt? Ohne Melodie, nur durch Rhythmus?

Ein Wort-Beat-Mixtape mit Jutta Klawuhn und William Widman

Die Presse meint dazu:

„Ein Abend mit mehr als bloßer Unterhaltung, der länger und besser in Erinnerung bleibt als eine Spektakel-Verfilmung in 3D.“ Südkurier

„Es verwundert nicht wenig, was sie 75 Minuten lang mit Widmann auf die Beine stellt: Eine detailsatte Nacherzählung der Edda, die keineswegs zurücksteht hinter Michael Köhlmeiers Stegreifgeschichten aus der antiken Sagenwelt – zumal Jutta Klawuhn ihm Witz voraus hat.“ Südkurier

„Schlagzeuger Widman vollendete die Show mit seinem gefühlvollen, virtuosen Spiel......William Widman ließ Abenteuerlust, Mut, Liebe und Trauer musikalisch nachempfinden, am Schlagzeug, aber auch mit Sprechstimme und leisem Pfeifen. Wollte das Publikum gerade rückwärtsgewandt in der knorrigen Welt versinken, holten der Musiker und Jutta Klawuhn mit Sprachwitz und Regieeinfällen wieder in die Gegenwart. “ Schwäbische Zeitung

Premiere Pressereaktion

Südkurier Friedrichshafen am 27.01.17

Die Edda in 75 Minuten

von Harald Ruppert

Jutta Klawuhn und William Widmann vertiefen sich im Theater Ravensburg mit "Eigentlich die Edda" in skandinavische Sagen. Das Ergebnis ist besser als eine spektakuläre 3D-Verfilmung

Ein Abend rund um die Edda – ohne William Widmann geht das nicht. Weil die Edda ein Knäuel skandinavischer Heldensagen ist und Widmann seinem Erstgeborenen den Namen Wotan gab. Aber auch, weil Widmann Schlagzeuger ist. Kein Instrument passt besser zu den Göttern des hohen Nordens, wo Donnergott Thor den Hammer schwingt und sein Chef Odin sich rühmt, im Kampf jeden platt zu machen. Jutta Klawuhn stimmt das Publikum schon mal auf den Rundumschlag quer durch die Sagenwelt ein: „Wenn Sie Ihrem Nachbarn eine aufs Maul haben wollen, hauen Sie zu. Fühlen Sie sich germanisch!“ Germanisch, jawohl. Denn germanisch war für die Römer alles, was Fell trägt und ihnen Angst einjagt, bis hoch zum Nordpol. In Sachen Ethnologie unterschieden sie ähnlich fein wie unsereiner, wenn der Blick nach Russland oder China geht.

Von grobianischen Vereinfachungen ist Jutta Klawuhn weit entfernt. Nach ihrer Einladung zur Maulhauerei verwundert nicht wenig, was sie 75 Minuten lang mit Widmann auf die Beine stellt: Eine detailsatte Nacherzählung der Edda, die keineswegs zurücksteht hinter Michael Köhlmeiers Stegreifgeschichten aus der antiken Sagenwelt – zumal Jutta Klawuhn ihm Witz voraus hat. Schon ganz zu Anfang, bei der Vorstellung des ersten Lebewesens – einem von Feuer und Eis gezeugten Hermaphroditen: „Es war eine Mischung aus Hermann und Aphrodite. Es war Mann und Frau zugleich. Und dieses Urwesen hieß Ymir. Ymir war nicht besonders klug. Auch nicht mit Verstand gesegnet. Aber voll entspannt.“ Entspannt ist auch dieser Tonfall, weil sein Humor nicht den Klamauk sucht. Jutta Klawuhn gelingt es, dass man ihr lauscht – nicht nur, wenn man’s muss, wie in der zweiten Hälfte, als ihr Mikrofon ausfällt.

William Widmann gibt nicht den Schlagdrauf. Er agiert als Geräuschemacher und begleitender Beat-Dramaturg. Da genügt schon mal das bloße Streicheln einer Rahmentrommel oder das Dauerflackern der Becken. Tüchtige Schlagzeuggewitter gibt’s aber ebenfalls, und nichts anderes ist für die Götterdämmerung kurz vor Schluss auch angemessen. Schließlich geht die Welt nur einmal unter. Nicht nur uralte Mythengestalten kommen vor, sondern auch eine moderne: Johnny Cash. „Ring of Fire“ stimmt Widmann an, als Brünhild von Siegfried aus dem Feuerkreis (der „Waberlohe“) geholt wird. Moment mal: Was machen Nibelungen-Helden eigentlich in der Edda? Nun ja, sie nehmen ihren Platz in der Generationenfolge ein. Brünhild zum Beispiel ist eine Ur-Ur-Urenkelin der blauzahnigen Yenka, die einst einen König so heftig in den Finger biss, dass er sie dafür – schon komisch – heiratete. Man erkennt die Blutlinie zwischen den Damen an einer gewissen Heftigkeit des Gemüts.

Immer wieder sorgt die Edda für Aha-Effekte. Dass ein gewisser verfluchter Ring nicht erst bei J.R.R. Tolkien eine Rolle spielt, sondern auch bei den Nibelungen und also in der Edda – geschenkt. Aber dass Tolkien in sein Epos die Namen seiner Zwergenschar direkt aus der Edda übernommen hat, dürfte nicht schon jeder gewusst haben. „Bilbo“ und „Gandalf“ kommen in der Edda ebenfalls erstmals vor.

Auch in der Vorstellung des Totenreichs grüßt die Edda ins 20. Jahrhunderts. „Kein Teufel, kein heißes Höllenfeuer. In der Hölle ist alles nur grau und öd“, sagt Jutta Klawuhn. „Halbvolle Becher, gefüllt mit grauer Flüssigkeit. Halbvolle Teller und endlose Langeweile.“ Jetzt noch ein paar zugesperrte Türen, ein paar Lebenslügen, und man befindet sich im Existenzialisten-Jenseits eines Jean-Paul Sartre.

Die Edda auf dem Spielplan, da winkt das klassische Leitbild vom Theater als höhere Lehranstalt. Aber der Gedanke an verstaubtes Bildungsprogramm kommt hier nicht auf. Obwohl die Bühne fast leer ist und kein überdrehter Budenzauber vom Zaun gebrochen wird. Ein Abend mit mehr als bloßer Unterhaltung, der länger und besser in Erinnerung bleibt als eine Spektakel-Verfilmung in 3D.

Die nächste Aufführung ist am Donnerstag, 23. März, um 20 Uhr im Theatercafé im Theater Ravensburg.